Dezember 2, 2020

Die Corona-Krise – Was häufig gebrauchte Fachbegriffe zu Virus und Infektion bedeuten

Es gehört nicht viel prophetische Begabung dazu, den Begriffen Corona-Pandemie und Epidemie hohe Chancen einzuräumen, zu den Wörtern des Jahres 2020 gewählt zu werden.

Zu dominant ist das Thema in allen Medien, egal ob klassisch oder elektronisch. Das hat seinen sachlichen Hintergrund und ist auch in Anbetracht der Dramatik und Gefährlichkeit der Lage gerechtfertigt. Dabei bleibt in der Hektik des Nachrichtenalltages und der sich überschlagenden Ereignisse die ein oder andere Hintergrundinformation und Erklärung auf der Strecke.

SARS-CoV2 und COVID19 – Was ist der Unterschied?

Auslöser der weltweiten Gesundheitskrise ist ein neuartiges Coronavirus mit dem offiziellen Namen SARS-CoV2. Dieses Virus gehört zu einer großen Virusfamilie, die bei Fischen, Vögeln, Säugetieren und dem Menschen für unterschiedliche Infektionen verantwortlich ist, nicht nur Lungeninfektionen. Ihnen allen gemeinsam ist die namensgebende Ringstruktur der Virushülle, die an den als Corona bezeichneten Strahlenkranz der Sonne erinnert.

Bekannte, für den Menschen gefährliche Vertreter der Coronaviren sind das SARS-Virus und das MERS-Virus, die beide in jüngerer Vergangenheit für größere Infektionswellen gesorgt haben. Das MERS-Virus ist auch heute noch auf der Arabischen Halbinsel aktiv. Das vor einigen Monaten in China neu aufgetretene Coronavirus ist sehr nah mit dem schon länger bekannten SARS-Virus verwandt und trägt deshalb als zweites Virus seiner Art den Namen „SARS-assoziiertes Coronavirus 2“ (SARS-CoV2). Wird ein Mensch mit diesem Virus infiziert, kann sich bei Risikogruppen eine Lungenerkrankung entwickeln, die als COVID19 bezeichnet wird. Dieses namensgebende Akronym COVID19 steht für „Coronavirus Disease 2019“. Die Erkrankung trat Ende 2019 im chinesischen Wuhan erstmals auf und wurde von dort innerhalb weniger Wochen über den gesamten Globus verbreitet.

Epidemie und Pandemie – Was ist der Unterschied?

Treten Infektionskrankheiten innerhalb eines kurzen Zeitraums massenhaft auf, was in Wuhan der Fall war, wird von einer Epidemie oder Pandemie gesprochen. Die Begriffe werden in den Medien häufig überlappend und ohne klare Abgrenzung gebraucht, obwohl sie klar definiert sind. Eine Epidemie ist gekennzeichnet durch die starke Zunahme neuer Erkrankungsfälle innerhalb eines begrenzten Zeitraums und innerhalb einer bestimmten Region oder einem Land. Das massenhafte Erkranken der Menschen an COVID19 in China oder Deutschland ist also eine Epidemie. Breitet sich eine Erkrankung schnell weiter aus und überspringt dabei Ländergrenzen und Kontinente wird aus einem ursprünglich regionalen Ereignis ein die ganze Welt umspannendes. Eine Epidemie ist wegen ihres globalen Ausmaßes zu einer Pandemie geworden. Übergänge und Überschneidungen zwischen Epidemie und Pandemie sind in der Regel häufig und hängen auch von der jeweiligen Einschätzung einzelner Gesundheitsbehörden ab.

So ist COVID19 regional betrachtet in Deutschland eine Epidemie und global eine Pandemie. Die großen Pandemien der letzten Jahrzehnte waren und sind alle durch Viren verursacht. Dazu gehören die Virusgrippe (Influenza), die Schweinegrippe, die Vogelgrippe, SARS-CoV1 sowie jetzt SARS-CoV2 (COVID19). Aber auch HIV/AIDS gehört dazu, obwohl die Erkrankung jetzt ihren Schwerpunkt überwiegend in Afrika hat. Virus verursachte Epidemien der letzten Jahrzehnte, die das Potenzial für Pandemien haben bzw. hatten, sind Masern, Ebola, Zika sowie MERS-CoV. Selbstverständlich sind Epidemien und Pandemien nicht nur auf Virusinfektionen zurückzuführen. Auch Bakterien haben das Potenzial große Epidemien auszulösen, wie die Beispiele Cholera und EHEC zeigen.

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